KAMERA DES
MONATS

Kodak Duo Six-20
Kodak Duo Six-20
Die Kodak Duo Six-20 ist eine klappbare Rollfilmkamera, die ab Ende der 1930er-Jahre von der Eastman Kodak Company produziert wurde. Sie gehört zur Klasse der sogenannten Balgenkameras und zeichnet sich durch eine Kombination aus kompakter Bauweise und vergleichsweise vielseitiger Aufnahmetechnik aus.

Technisch basiert die Kamera auf dem 620-Rollfilmformat, das im Vergleich zum 120-Film schmalere Spulen verwendet. Dadurch konnte das Gehäuse kleiner konstruiert werden, ohne das Negativformat zu verändern. Die Kamera erzeugt Aufnahmen im Format 6×6 cm oder 6×9 cm, je nach Modellvariante und Maskierung.

Ein wesentliches Merkmal ist der ausklappbare Balgenmechanismus. Im geschlossenen Zustand schützt er Objektiv und Verschluss im Gehäuse, während er im ausgeklappten Zustand die notwendige Auszugslänge für die Fokussierung bereitstellt. Die Fokussierung erfolgt in der Regel über eine Skala am Objektiv (Frontlinsenfokussierung), wobei die Entfernung manuell eingestellt wird.

Die verbauten Objektive variieren je nach Version, häufig handelt es sich um einfache Meniskuslinsen oder Anastigmat-Objektive mit moderater Lichtstärke. Die Abbildungsleistung ist im Zentrum solide, während Randunschärfen und Vignettierung konstruktionsbedingt auftreten können.

Als Verschlusssystem kommen einfache Zentralverschlüsse zum Einsatz, beispielsweise aus der Kodak-eigenen Produktion oder von Zulieferern. Typische Belichtungszeiten reichen von etwa 1/25 s bis 1/100 s sowie „B“ (Bulb) für Langzeitbelichtungen. Die Blendeneinstellung erfolgt manuell über eine begrenzte Auswahl an Blendenstufen.

Ein besonderes Merkmal der Duo Six-20 ist die Möglichkeit, zwischen zwei Bildformaten zu wechseln, was für die Zeit ungewöhnlich flexibel war. Zusätzlich verfügt die Kamera über einen optischen Durchsichtssucher, der für beide Formate angepasst werden kann.

Die Konstruktion kombiniert ein Metallgehäuse mit mechanischen Präzisionselementen und einem lichtdichten Balgen aus beschichtetem Gewebe oder Leder. Trotz einfacher Technik war die Kamera für den Amateurmarkt konzipiert und bot einen guten Kompromiss aus Portabilität, Bildgröße und Bedienbarkeit.

Insgesamt stellt die Kodak Duo Six-20 ein typisches Beispiel für die technische Entwicklung von Mittelformat-Faltkameras in der Vorkriegs- und frühen Nachkriegszeit dar, mit Fokus auf mechanische Einfachheit, kompakte Bauweise und flexible Negativformate.

Ein Projekt der Helmut Arenz Kulturstiftung

Jeden Monat präsentieren wir Ihnen eine Kamera aus unserer Sammlung. Die Kamera können Sie natürlich auch bei uns in der Ausstellung oder im Archiv besichtigen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
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